Fotografen und Fotografinnen, Designer und Designerinnen, Typografen und Typografinnen sowie digitale Künstler und Künstlerinnen interpretieren die mittelalterlichen Symbole von Chillon neu.
Mit speziell für diesen Ort geschaffenen Installationen und Bildern verbinden die Studierenden Tradition und Innovation, um sich „Reliquien der Zukunft“ vorzustellen.
Die Ausstellung bietet somit einen zeitgenössischen Blick auf das Schloss und lädt das Publikum ein, es als lebendiges Kulturerbe und Inspirationsquelle für die Schöpferinnen und Schöpfer von morgen neu zu entdecken.
Die vorgestellten Projekte bieten ebenso viele verschiedene Möglichkeiten, das Kulturerbe von Chillon zu interpretieren. Jeder Fachbereich der ECAL verfolgt dabei einen anderen Ansatz:
Im Schloss, seinen Mauern, Böden, Decken und Gegenständen finden sich Formen, die sich wiederholen, sich verändern und von den verschiedenen Zeiten erzählen, die den Ort geprägt haben. Die Studierenden des ECAL-Bachelorstudiengangs Grafikdesign beobachteten Malereien, Wappen, Öffnungen, Gegenstände und Spuren der Zeit und machten sie zum Ausgangspunkt ihrer Arbeit. Heruntergebrochen, vergrössert, fragmentiert oder zusammengesetzt entstehen daraus neue Kompositionen, die Details des Kulturerbes mit einem zeitgenössischen Blick in Dialog setzen.
Jeder Saal, jeder Raum, jeder Gegenstand kann eine Stimmung oder eine Geschichte auslösen. Die Studierenden des ECAL-Bachelorstudiengangs Fotographie erkundeten die Schlossräume, beobachteten Details und sammelten Bilder, um ihre Gedankenwelt zu nähren. Davon ausgehend wählen sie ihren Blickwinkel und ihre künstlerische Ausrichtung. Die hier ausgestellten Bilder dokumentieren den Ort nicht nur: Sie setzen Personen, Accessoires und erdachte Situationen in Szene und lassen neue Geschichten entstehen, geprägt von der Architektur und den Stimmungen Chillons.
Einige Orte und historische Elemente prägen seit Langem unsere Vorstellung vom Mittelalter. Die Studierenden des ECAL-Bachelorstudiengangs Media & Interaction Design nahmen Bilder und Bezüge aus Chillon zur Grundlage, um mit digitalen Mitteln Objekte und Formen zu schaffen und ihnen eine zeitgenössische Dimension zu verleihen. Aus animierten Sequenzen auf mehreren Bildschirmen, entsteht eine Bildwelt, in der Vergangenheit, Zukunft und Fantasie sich vermischen.
Einige Inschriften erzählen noch heute von den Händen und Stimmen der Vergangenheit. Die Studierenden des ECAL-Masterstudiengangs Type Design arbeiteten im Schlosshof und ritzten ihre Buchstaben mit traditionellen Werkzeugen in den Stein. Ihre Formen, inspiriert von Schriftzeichen des Mittelalters und der Renaissance, treten in Dialog mit der zeitgenössischen Typografie des Wortes «Chillon». Diese heute entstandenen Inschriften könnten für zukünftige Generationen zu sichtbaren Spuren unserer Zeit werden.